Woher kommt das Feuerwerk?

Ein wesentlicher Grundbestandteil eines Feuerwerks ist das Schwarzpulver. Schwarzpulver, Grundlage für jedes Feuerwerk, wurde höchstwahrscheinlich vor mehr als tausend Jahren durch Zufall im fernen Osten entdeckt - vermutlich in Indien früher als in China. Schon kurz nach Christus kannten die Chinesen die Grundbestandteile des Schwarzpulvers, um circa 1000 nach Christus waren dann auch erste Feuerwerkskörper und Raketen entwickelt.

Die Chinesen erkannten früh dass sie mit dem Schwarzpulver ihre Feinde in die Flucht schlagen konnten. Zunächst geschah dies allein durch die akustischen Begleiterscheinungen einer Schwarzpulver Explosion. Später wurden dann erste Geschosse entwickelt, man erkannte dass die neue Technologie auch in militärischer Hinsicht gut zu gebrauchen war. Ende des 13. Jahrhunderts brachten Seefahrer dass Schwarzpulver nach Europa, schon bald experimentierten auch Engländer und Franzosen mit der neuen Technologie. Um 1838 wurde die erste deutsche Feuerwerksfirma gegründet, und obwohl schon damals ein gewisser Bedarf an Feuerwerkartikeln bestand, sollten die Pyrotechniker der Feuerwerks Industrie erst später in den beiden Weltkriegen so richtig viel zu tun bekommen.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts warfen Feuerwerkskörper fast ausschließlich goldene Funken aus oder brannten mit orangegelber Farbe ab. Lediglich die intensiven Versuche der Ruggieris brachten durch den Zusatz von Kupfer- und Ammoniumsalzen mehr Abwechslung und Brillanz. Direkt nach dem 2. Weltkrieg war der Bedarf in Deutschland erst einmal gedeckt und es begannen äußerst harte Zeiten für Feuerwerksfirmen. Doch schon wenige Jahre später erholte sich die Industrie wieder und das Feuerwerk wurde wieder populär. Trotz des verbesserten Höhenfeuerwerks blieben auch im 18. und 19. Jahrhundert stationäre Lichterbilder und Strukturen, teilweise bis zu einer Größe von 180×30m, Hauptbestandteil der Feuerwerke. Sie stellten meist Ereignisse der Weltgeschichte, wie z.B. den Vesuvausbruch oder die Schlacht von Trafalgar oder Portraits von Königen dar. Riesige Sonnen und Funken-Cascaden waren ebenfalls weit verbreitet.

Arten von Feuerwerk

Man unterscheidet zwischen Boden- und Höhenfeuerwerk:

  • Zum Höhenfeuerwerk (Hochfeuerwerk) zählt man grundsätzlich alle Feuerwerkskörper, deren Effektkörper in den Himmel geschossen werden oder die durch einen Eigenantrieb in den Himmel aufsteigen. Zum Höhenfeuerwerk zählen Feuerwerkskörper wie Bomben und Raketen.
  • Zum Bodenfeuerwerk gehören fest mit dem Boden verankerte Feuerwerkskörper wie Fontänen, Vulkane, Sonnen, Springbrunnen und Wasserfälle.
  • Da diese klassische Art zur Zeit des Barock sehr beliebt waren (und heutzutage oft zu barocker Musik abgebrannt wird), nennt man Bodenfeuerwerke häufig auch Barockfeuerwerke.
  • Bengalische Lichterbilder sind eine Sonderform des Feuerwerk. Sie stellen Schriften oder anderes dar.
  • Feuerwerkskörper, die ihre Effekte zwar nach oben in die Luft ausstoßen, aber sich selbst nicht vom Boden lösen, nehmen eine Zwischenstellung zwischen dem Boden- und dem Höhenfeuerwerk ein. Dazu zählen Feuerwerkskörper wie Feuertöpfe und Römische Lichter, Rauch– und Flammeffekte.
  • Werden bei einem Feuerwerk gleichzeitig oder nacheinander feststehende und aufsteigende Feuerwerkskörper abgebrannt, spricht man häufig von einem kombinierten Boden- und Höhenfeuerwerk.

Gegner von Feuerwerk

Wird über die negativen Seiten von Feuerwerk berichtet, kommen meistens nur die häufigen Verbrennungs- und Explosionsschäden sowie Augen- und Ohrenschäden  zur Sprache. Es wird gern übersehen, dass Feuerwerksqualm grösstenteils aus lungengängigem und giftigem Feinstaubbesteht. Die Partikel lassen sich nicht mehr abhusten, die Ablagerungen führen auf Dauer und vor allem bei vorgeschädigten Menschen zu Entzündungen, unter denen besonders Asthmatiker leiden. Doch auch bei Gesunden (auch wenn diese direkt keinen Reiz verspüren) lagern sich die Partikel ab. An die zerklüftete Oberfläche der Staubpartikel können sich auch verschiedene andere Stoffe, die in der Luft enthalten sind, anheften und so in den Körper getragen werden. Sie verstärken dann die gesundheitsschädigende Wirkung des Staubes. An Feiertagen, an denen viel Feuerwerk abgebrannt wird, sind es primär Schwermetallverbindungen, die sich an den Staubpartikeln festsetzen.
Mittlerweilen wird das ganze Jahr über zu immer mehr Anlässen und nicht nur zu Silvester immer grössere Mengen Feuerwerk abgebrannt. Dadurch werden Feuerwerksemissionen immer mehr auch zu einem Anteil der Feinstaub-Langzeitbelastung werden.  Studien haben bisher gezeigt, dass es keinen Schwellenwert für Feinstaubpartikel jeglicher Grösse gibt, unterhalb dessen keine Gesundheitsschäden auftreten. Je mehr und je länger Feinstaubpartikel also auf einen Organismus einwirken, desto höher ist auch die Gefahr für denselben. Feuerwerke sind, abgesehen vom Genuss der Schönheit der erzeugten bunten Lichtspiele am Himmel, sinnlos. Dort, wo man kann, sollte man den Feinstaub unbedingt eindämmen.

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